In den beiden ersten Abschnitten habe ich über die Entwicklung des Vereins bis Anfang der sechziger Jahre berichtet. Danach begann eine Phase des Wiederaufbaues. Unser Verein hatte praktisch keinen Nachwuchs mehr. Mit zwei bis drei Mannschaften beteiligten wir uns an den Meisterschaften.
Die Neubildung des Vorstandes im Jahre 1962 mit den Schachfreunden Karl Sowa als Vorsitzendem und Hermann Flott als Spielleiter brachte dann den großen Aufschwung im buerschen Schach.
Der Verein machte sich einen Namen weit über die Grenzen der Heimatstadt hinaus. Sogar im Ausland wurde man auf den SV Buer 21 aufmerksam. Die beiden verantwortlichen Vereinsleiter wurden zu unermüdlichen Antriebsmotoren und bewältigten eine Unmenge Arbeit. Sie widmeten sich vorwiegend der Jugend und führten die Einladungsturniere, die schon vor dem zweiten Weltkriege bekannt waren, in größerem Rahmen durch.
Sie scheuten auch die Arbeit nicht, als das holländische Vereinsmitglied Frank Vogelsang das Keizer-System in Buer vorstellte. Mit sieben eng beschriebenen Maschinenseiten versuchte Karl Sowa in einem Rundschreiben, allen Mitgliedern das neue System zu verdeutlichen. Es gab viele Widerstände. 1963 wurde aber das System in einer Kampfabstimmung angenommen.
Seitdem wurde es bei zahlreichen Turnieren mit Erfolg praktiziert. Bei großer Bewertungsgenauigkeit können Einzelturniere mit vielen Spielern durchgeführt werden, da nur 60% der normalen Rundenanzahl zu spielen sind, um zu einer korrekten Rangfolge zu gelangen.
Karl Sowa (Foto) gewann 1963 das Herbstturnier mit 28 Teilnehmern nach dem neuen System. Wahrscheinlich war er damit der erste Gewinner eines Keizer-System-Turnieres in Deutschland!
Der SV Buer 21 entwickelte sich in der Folge zu einem der größten Schachvereine in NRW, zumindest in bezug auf die Breitenarbeit. In der Saison 1968/69 wurde mit acht Mannschaften in allen Klassen des Industriegebietes gespielt. Über siebzig aktive Spieler standen zur Verfügung.
Zwar blieb der ersten Mannschaft der Aufstieg in die Bundesklasse verwehrt, doch waren die Gesamterfolge beachtlich. Nachdem sich Anfang der sechziger Jahre eine zweite Mannschaft nur ein Jahr in der Verbandsklasse halten konnte, stieg 1967 wieder eine Zweitvertretung des Vereins in die Verbandsklasse auf. Sie hielt sich hier nicht nur gut, sondern wurde 1968/69 Meister und erreichte die Verbandsliga.
Die vierte Mannschaft schlug alle Gegner in der Bezirksliga und stieg ebenfalls auf. Im gleichen Jahre wurde die sechste Mannschaft Meister der Kreisklasse Gelsenkirchen.
Die größten Erfolge zeichneten sich aber auf dem Gebiete des Jugendschachs durch eine systematische Arbeit ab. 1965 und 1966 wurde die erste Jugendmannschaft Vizemeister und 1968 sogar Meister des Industriegebietes. Im gleichen Jahr gelang uns der große Wurf: Die Jugend wurde erstmalig Meister des Schachbundes Nordrhein Westfalen!
Sie nahm als NRW II an der Deutschen Jugend-Länder (!)-Mannschaftsmeisterschaft teil (die Deutsche Jugend-Vereins-MM wurde erst später eingeführt) und schlug sich als Achter ganz beachtlich.
1969 erkämpfte sich Hartmut Niedner zusammen mit Lenz (Dortmund) den Verbandsjugendmeistertitel vor seinem Vereinskameraden Hermann Flott. Bei den NRW-Meisterschaften wurde Flott Sechster und Niedner Achter.
Hermann Flott wurde in die NRW-Auswahlmannschaft berufen und schaffte mit ihr die Deutsche Meisterschaft.
(in Festzeitschrift "80 Jahre Schach in Buer")